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26.03.2020 | News

Neues Arbeiten mit Homeoffice & Teleworking

Die Corona-Krise als Chance nutzen – Teil 1 von 3

Von Katharina Heger


Die Kompetenzen, die wir in der Zeit der Isolation aufbauen, können und werden wir in die Welt nach der Krise mitnehmen: Homeoffice und Teleworking werden ein fixer Bestandteil unserer Arbeitswelt, die Leute werden vermehrt virtuell in Teams arbeiten. Diese neue Form der Zusammenarbeit spart aber nicht nur Zeit und Geld, sondern auch unsere Energieressourcen…
Wir werden es am eigenen Leib erfahren, was das „neue Arbeiten“ mit uns macht. Wie es sich anfühlt, wenn man plötzlich weniger Reisetätigkeiten hat, wenn man vielleicht mehr Regelmäßigkeit in den Arbeitsalltag bringt und dadurch mehr Zeit für sich und die Familie bleibt. Das Mehr an Lebensqualität wird sich positiv auf unsere Arbeitsleistung auswirken.

 

Bleibt alles anders? Wird alles neu?

Durch die Social-Distance-Maßnahmen im Zuge der Corona-Krise haben wir erstmals im neuen Jahrtausend die Möglichkeit, unsere Arbeitsweise (natürlich nicht nur die, aber darum soll es hier gehen) zu hinterfragen und vielleicht neu zu gestalten. Nutzen wir diese einmalige Chance – zum Beispiel, indem wir uns auf den eigentlichen Sinn unserer Organisationen und unserer Tätigkeiten darin fokussieren und alle unproduktiven Zeitfresser eliminieren. Wann, wenn nicht jetzt.
Denken Sie mal kurz an die Zeit vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie: Wie viele von uns sind in ihrer Arbeit wie in einem Hamsterrad gerannt und konnten nicht aus dem System raus … hatten andauernd mehrere Projekte gleichzeitig und Meetings von früh bis spät. Die Corona-Krise hat für viele Menschen dieses Hamsterrad praktisch durchbrochen, sie wurden aus dem System rausgestoßen – denn das Gebot der Stunde hieß „Homeoffice“. Dieses brachte von einer Woche auf die andere eine markante Entschleunigung der Arbeitswelt abseits der Krisen-Hochkonjuktur-Branchen wie Medizin, Lebensmittelhandel, Exekutive etc.

 

Altes hinterfragen


Es wurde über kurz oder lang ziemlich ruhig in den Büros. Viele versuch(t)en sich erstmals via Teleworking in virtuellen Meetings und nach und nach werden die Leute aktiver und es baut sich wieder der altbekannte Druck auf. Bevor dieser wieder nahtlos an der alten Arbeitspraxis anschließt, könnten und sollten wir den Hebel ansetzen und den Sinn unserer Aufgaben und den Zweck des Unternehmens hinterfragen: Was war wirklich wichtig, was nicht unbedingt? Warum gibt es unsere Organisation überhaupt und was ist mein Anteil darin?
Das ist genau das, wo wir hin müssen: Zur Kundenorientierung und zur Nutzengenerierung: Wo hat der Kunde ein Problem, ein Bedürfnis, wie können wir für ihn einen Nutzen generieren.
Viele von uns stehen jetzt erstmals außerhalb des alltäglichen Arbeitstrotts und können einiges reflektieren und auch verändern. Wenn wir davon ausgehen, dass wir nach der Krise einen wirtschaftlichen Aufbau leisten müssen, dann sind wir gut beraten, unsere Arbeitsleistung richtig einzusetzen und jene Dinge weglassen, die Zeit fressen, wenig Output bringen und dem Sinn und Zweck nicht dienen. Darauf sollten wir uns alle einstellen … denn die Verantwortung wird zum Großteil bei jedem einzelnen Menschen liegen.
Wir haben jetzt die Möglichkeit, einen großen Schritt zu gehen, eine große Entwicklung zu machen, die uns gesellschaftlich weiterbringt, die uns aber auch wirtschaftlich weiterbringen kann. Wichtig ist, dass wir diese Lernerfahrung mitnehmen und diese Gelegenheit, die wir jetzt haben, auch dazu nutzen, Dinge zu hinterfragen, zu reflektieren.

 

Im Home Office neues Arbeiten ausprobieren


Fokus auf ein Projekt – mit Priorisierung zu mehr Effizienz
Statt mehrere bis (sehr) viele Projekte gleichzeitig zu bearbeiten, macht es Sinn, sich auf ein Projekt nach dem anderen zu fokussieren. Damit wird jener Zustand aus der Welt geschaffen, dass Mitarbeiter von oben (oder von mehreren Seiten) mit Aufgaben zugeschüttet werden, an denen sie dann gleichzeitig arbeiten und kein Ende mehr in Sicht haben. Der Fokus auf EIN Projekt bedeutet eine Selektierung und Wertung: Ich mache das, was wirklich wichtig ist, bis es fertig ist. Dann erst wird das nächste Projekt angegangen. Dadurch kommen jene nicht – wirklich –wichtigen, aber oft zeitfressenden Projekte, erst gar nicht in die Bearbeitung. Wer – außer der Gewohnheit – sagt, dass man andauernd mehrere Projekte gleichzeitig bearbeiten muss? Im Gegenteil: Es gibt eine Reihe von Studien, die belegen, dass es viel effektiver ist, wenn sich ein Team auf ein (!) Projekt fokussiert, statt parallel mit mehreren Aufgaben konfrontiert wird. Siehe dazu auch Teil 3 dieser Beitragsserie zum Thema „Neue Fehlerkultur & temporäre Teamarbeit“.

 

Die Vorteile von Teleworking nutzen
Durch unsere Erfahrungen beim Arbeiten von zu Hause wird unser Bewusstsein dafür geschärft, wie wir unsere Ressourcen einsetzen. Wir alle werden die Beobachtung gemacht haben, dass virtuelle Team-Meetings eigentlich effektiver sind als physische. Meetings, in denen wir früher zwei, drei Stunden gesessen sind, erledigen wir im virtuellen Raum in 40 bis 50 Minuten … mit dem gleichen Output.
Woran das liegt? Unter anderem an dem höflichen Geplänkel, das bei physischen Meetings unabdingbar ist, und das viel Zeit kostet. Laut Studien kommt in physischen Meetings auch die Angst ins Spiel, in Diskussionen oder bei Vorschlägen das Gesicht zu verlieren, weshalb man oft weniger direkt auf den Punkt kommt und statt dessen um den heißen Brei herum redet. Das passiert in der virtuellen Welt seltener, weil hier der Fokus „Zeit ist Geld“ stärker wirkt. Es ist aber nicht nur die Zeit-Ressource, die man durch Teleworking markant einspart, sondern auch die Kosten die durch Anreise und gegebenenfalls notwendigen Übernachtungen einspart. Dazu kommen die räumliche und die zeitliche Flexibilität und nicht zuletzt der Umweltfaktor, durch das Wegfallen von Autofahrten, sprich das Einsparen von CO2-Ausstoß.
All diese Vorteile liegen schon lange auf dem Tisch und hier und da hat sich vielleicht auch schon etwas verändert, aber den großen Turnaround – so wie er jetzt durch die Krise passiert ist – gab es noch nie. Warum das vorher noch nicht angewendet wurde, hat in erster Linie mit dem Thema „Vertrauen“ zu tun.


Mehr zu diesem Thema lesen Sie in unserem nächsten Beitrag am 08.04.2020!

 

 

 

 

 

Katharina Heger 
Senior Consultant, next level consulting

 

 

next level holding GmbH.

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